Reise nach China
und wieder zurück

April - September
2011

Seite 11


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Toshkent - Shymkent - Taraz - Bishkek




Bishkek, 6. Juni 2011 - Die Fahrt von Toshkent nach Bishkek ist ereignisarm. Wir überqueren zwei Grenzen, jene von Usbekistan nach Kasachstan, und jene von Kasachstan nach Kyrgyzstan. Wir durchfahren den südöstlichen Teil der kasachischen bzw. der kirgisischen Steppe. Im Süden tauchen die ersten Berge des Tian-Shan-Gebirges (Tian = Himmel; Shan = Berg) auf. Die ersten 5'000er kommen ins Blickfeld.

Shimkent ist eine typische sowjetische Industriestadt mit öden Plattenbauten und vielen Industrieruinen. Der Staat Kasachstan gibt sich alle Mühe, diesen Industriestandort wieder aufzurichten.

Taraz (oder Dschambul) ist noch anzumerken, dass es früher einmal eine wichtige Oasenstadt an der Seidenstrasse war. Leider wurde sie im Verlaufe der Geschichte von Eroberern (Tschingis Khan, Timur) oft zerstört und hat deshalb nur noch wenige Bauten aus früheren Jahrhunderten aufzuweisen. Aber sie pulsiert orientalisch, und man spürt immer noch, dass sie einmal ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Istanbul im Westen, Alma Ata im Nordosten, Kabul im Süden und Mashad sowie Teheran im Südwesten war.

Bishkek (von 1919 bis 1991 Frunse oder Frunze benannt), die Hauptstadt Kyrgyzstans, ist eine grosse Enttäuschung. Wenn man alles Sowjetische weglassen würde, wäre buchstäblich nichts mehr übrig. Imposant hingegen ist die Bergkulisse im Süden, keine 30km entfernt. Da reiht sich ein 5'000er an der anderen. Wir übernachten in einem 30km von Bishkek entfernten Naturreservat auf einer Höhe von 2'133müM. In Bishkek ist es tagsüber 30 Grad heiss, an unserem Übernachtungsort sinkt die Tempereatur nachts auf den Gefrierpunkt. Tagsüber ist kühlen, nachts heizen angesagt.

Und dann die grandiose Fahrt an den Yssik-Kül (-See), rund 100km östlich von Bishkek und nördlich des Tian-Shan-Gebirges gelegen. Er empfängt uns in einem tiefen Türkisblau; im Süden die weite Reihe der rund fünfzig 5- und 6-Tausender, vergletschert und weiss strahlend. Die etwas weiter entfernten zwei 7'000er sind im Dunst leider nicht zu sehen.

Wir campieren drei Tage am See und geniessen das phantastische Panorama, und wir bereiten uns auf die Fahrt durch das Tian-Shan-Gebrige nach China vor. Hemden und Socken waschen, Ölstand und Luftdruck kontrollieren, Luftfilter auspusten, Wasser auffüllen, Lebensmittelvorrat ergänzen und Erholung sind angesagt.





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© .by Bruno Kleger CH-9000 St.Gallen ¦ bruno@kleger.net ¦ April 2011