Reise nach China
und wieder zurück

April - September
2011

Seite 13


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Kashgar - Oasenstadt in der Takla-Makan
Das Plakatsujet des Sonntagsmarktes




Kashgar, 12. Juni 2011 - Wir sind endgültig in Asien angekommen. Die Wüstenstadt Kashgar liegt im Schnittpunkt der südlichen und nördlichen Seidenstrasse entlang den Rändern der Wüste Takla-Makan mit den Seidenstrassen nach Westen über Osh oder Bischkek (unsere Route). In Kaschgar beginnt Richtung Süden der Karakorum-Highway nach Indien und Pakistan (Die Grenze zu diesen Ländern und zu Afghanistan ist nur etwa 200km Luftlinie entfernt).

Kashgars Geschichte reicht über 2'000 Jahre zurück. Heute hat die Stadt rund 400'000 Einwohner, die Region etwa 3,5 Mio, vorwiegend Tadschiken, Usbeken, Kyrgysen, Pakistani und Afghanen. Die Stadt ist stark moslemisch geprägt. Nur rund 20% sind Han-Chinesen. Die Neustadt gleicht leider immer mehr den typischen chinesischen Klon-Burgen. Die Altstadt - vorwiegend eng zusammengeschachtelte Lehmhäuser - verfällt sichtbar und muss mehr und mehr den hässlichen Plattenbauten weichen.

Die Basare und Märkte sind jedoch noch ursprünglich. Besonders der sogenannte Sonntagsmarkt, ein Markt für allerlei Vieh und landwirtschaftliches Zubehör, ist noch echt und unverfälscht. Touristen wagen sich normalerweise nicht hierher. Schafe und Ziegen, Kühe und Pferde, Esel und Hunde, ja sogar Katzen werden hier gehandelt. Dazu gibt es jede Menge landwirtschaftliches Zubehör sowie eine Vielzahl von Imbissbuden, Garküchen und Obst- und Früchteständen. Wir schätzen die Besucherzahl auf etwa 30-40'000. So hätte sich wahrscheinlich die OLMA etwa um 1800-1850 präsentiert.

Die Sonne brennt. Es riecht nach Dung, Kebab und Ziegenbock, es staubt und stinkt, Schafe plärren, Kühe muhen und Esel iihahen, Pferde werden im Galopp vorgeführt, Maultiere gekauft und heimgeschleppt - und mittendrin im Rauch, Staub und Gestank werden akrobatisch dünne Spaghetti nach chinesischer Art herbeigezaubert bzw. geschwungen. Es brutzeln Fleischklösse über glühenden Holzkohlen, es dampfen Suppen auf höllisch heissen Feuerstellen und aus runden, etwa einen Meter grossen, auf Backofentemperatur aufgeheizten Katakomben angeln halbnackte Bäcker mit langen Eisenhaken rundes, frisches Fladenbrot heraus.



Der grosse Sonntagsmarkt - Treffpunkt der Bauern und Handelsplatz für Nutztiere aller Art

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Menschen verschiedenster Ethnien sind auf dem Markt anzutreffen; der moslemische Einfluss ist markant.

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Spaghetti-Macher an der akrobatischen Arbeit - bei jedem Schwung schrumpft der Durchmesser des einzelnen Strangs um die Hälfte,
und gleichzeitig verdoppelt sich die Zahl der Nudeln; zwischendurch werden die Nudeln mit Mehl bestäubt, damit sie nicht verkleben.


Basar und Altstadt von Kashgar

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Eisgekühlte, vergorene Stutenmilch (links) oder ein undefinierbarer Fruchtsaft (rechts) warten auf durstige Kunden.



© .by Bruno Kleger CH-9000 St.Gallen ¦ bruno@kleger.net ¦ April 2011