Reise nach China
und wieder zurück

April - September
2011

Seite 15


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Oase Turpan




Der Qoltag ist extrem lebensfeindlich. Auf einer Strecke von rund 100km
ist kein einziger Baum und kaum ein grüner Strauch zu sehen. Der heisse,
starke Wind aus den Bogdo-Bergen ist kaum auszuhalten.


20. Juni 2011 - (*** siehe auch Seite 14)
Bei der Fahrt von Korla nach Turpan lernen wir die Wüste Takla-Makan von einer neuen Seite kennen, und zwar so, wie ich sie ursprünglich erwartet habe: heiss (bis 41,8° im Schatten, von mir gemessen), extrem trocken und stark
windig (heisser, föhnartiger Wind von den Bogdo-Bergen im Norden). Der Wind ist hier manchmal so stark, dass für Züge und grosse Lastwagen (und wohl auch für Camper) Fahrverbote verfügt werden.

Die Qoltag-Berge zwischen Korla und Turpan - nur etwa 1'500m hoch - gleichen einer Mondlandschaft: Auf einer Strecke von rund hundert Kilometern sichten wir keinen Baum und fast keine Sträucher. Nur in den Wadis ist etwas ausgedorrtes Gesträuch zu sehen. Die Strasse durch diese dürre Einöde ist vor kurzem ausgebaut worden, weshalb wir sie in etwa zwei Stunden durchfahren haben. Der Qoltag ist trotz der Lebensfeindlichkeit faszinierend, aber man ist froh, wenn man ihn hinter sich hat.

Grandios ist dann die Fahrt hinunter in die Senke von Turpan. Zuerst gehts noch durch eine steinige, braune Hügellandschaft, dann wird die Sicht plötzlich frei auf eine weite, rund 50km breite und 200-300km lange Ebene: Die Senke von Turpan. Wegen des starken Dunstes können die Fotos nicht das wiedergeben, was das Auge sehen kann. Leider.

Die Senke fällt zur Mitte hin und gegen Osten auf eine Tiefe von 154MuM (Meter unter Meeresspiegel). Der Talgrund leuchtet saftig dunkelgrün - nach der Fahrt durch die Qoltag eine Augenweide - ,und am Rand der Oase schimmern in der Ferne die Häuser von Turpan im heissen, flimmernden Dunst.

Turpan ist der Hitzepol von China. Im Sommer steigt die Temperatur regelmässig auf über 40° (45° sind keine Seltenheit). Auch nachts fällt im Sommer die Temperatur kaum unter 30°, weshalb einige Camper das Hotelzimmer dem Reisemobil vorziehen (Ich bleibe im Camper und bin die ganze Nacht bachnass). Im Winter dagegen ist es extrem kalt: Die Durchschnittstemperatur im Januar beträgt -15°
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Turpan ist auch die Stadt der Weintraube, der Rosinen. Sie wachsen hier extrem schnell (Ernte ist Ende Juni), und sie sind sehr süss, weshalb sie in ganz China nachgefragt werden. Und Turpan ist auch beklannt wegen des ausgeklügelten Bewässerungssystems sowie wegen der mindestens zwei tausend Jahre alten Ruinenstadt Jiaohe.





Sieht aus wie ein verfirntes Bergmassiv, ist real aber nur heisser Sand und nackter Fels: Die Bergkette Qoltag.

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Die Ruinenstadt Jiaohe in der Oase Turpan



Oben und unten: Oase Turpan, Schneeberge im Hintergrund (Tian Shan)

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Oben: Sogenannte Flammenberge in der Nähe von Turpan
Unten: In einem typischen Wohnquartier von Turpan

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Oben: Trotz schattenspendenden Bäumen wird es tagsüber bis zu 45° heiss. Rechts: Viele Turpaner verbringen die heissen Nächte auf dem
Dach ihrer Häuser
Unten: 6 Wandmalereien in einem Quartiert in Turpan mit propagandistischem Hintergrund

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Felszeichnungen in einem ehemaligen buddhistischen Kloster in der Nähe von Turpan (14. Jahrhundert)



© .by Bruno Kleger CH-9000 St.Gallen ¦ bruno@kleger.net ¦ April 2011