Reise nach China
und wieder zurück

April - September
2011

Seite 3


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Wolgograd - Astrachan






Strasse nach Wolgograd (oben). Das Gebiet ist sehr dünn besiedelt (unten).

Die Menschen leben in einfachen Holzhäusern in kleinen Siedlungen. Hie und da wird das flache Gelände durch einen Bacheinschnitt unterbrochen. Am Tag unserer Durchfahrt weht ein heftiger Wind über die schier unendliche Ebene,
und wir stellen uns vor, wie das im Winter 1942 war, bei minus 20 Grad, als hier Soldaten ohne geeignete Bekleidung und ausreichende Verpflegung einen unsinnigen Krieg führen mussten.


Wolgograd ist eine Handels- und Industriestadt und wichtiger Verkehrsknotenpunkte am Rande der kasachischen Steppe. Die Bevölkerung lebt in ärmlichen Verhältnissen; das Durchschnittseinkommen eines Lehrers beträgt etwa 500, dasjenige eines Industriearbeiters rund 800 Euro im Monat. Die Industrie liegt darnieder, nur in etwa einem Viertel der früheren Betriebe wird noch gearbeitet. In einem grossen Werk, in dem früher Tupolew-Jets hergestellt wurden, werden heute Fahrräder produziert. Viele Leute wandern aus, ins übrige Russland, nach Kanada oder Australien. Sämtliche Juden sind nach Israel emigriert.

Astrachan am Wolgadelta ist etwas besser dran. Es profitiert vom zunehmenden Schiffsverkehr nach Baku und nach dem Iran sowie von Öl- und Gasvorkommen in der Umgebung. In Astrachan leben nach Angaben der Reiseführerin Menschen aus über hundert verschiedenen Ethnien friedlich nebeneinander: Russen, Kasachen, Kalmücken, Tschetschenen, Tscherkessen, Armenier, Karakalpacken, Mongolen, Wolgadeutsche, Ukrainer, Abchasen, Georgier, Aserbeidschaner, Abchasen, Tataren, Dagestaner, Don-Kosaken, Usbeken, Kirgisier, Turkmenen, Tadschiken, Uiguren, Iraner, Chinesen, Japaner usw. usw.



Ankunft in Wolgograd. Das Schild (rechts) besagt, dass Salik 392km, Elesta (Hauptstadt der Autonomen Republik Kalmückien) 320km und
Astrachan 450km (unser nächstes Ziel) entfernt sind.



Schon von weitem ist in Wolgograd diese grimmig dreinschauende Dame mit dem Schwert zu sehen. Es ist die rund 64 Meter hohe Statue namens
"Mutter der Siege", die zum Gedenken an den Sieg der sowjetischen Armee über die Deutschen in der Schlacht um Stalingrad im Winter 1942/43
errichtet wurde. (Die Kabel der Trolleybuslinien konnte ich leider nicht wegzaubern, aber die Statue ist weiter untern auch noch von vorne zu sehen,
allerdings im Nebel bei Regenwetter.)



Aufmarsch zur Gedenkfeier am 9. Mai (Kriegsende). Tausende steigen trotz Regenwetter die Treppen zum Malajev-Hügel empor.
Oben erwartet sie im Nebel die riesige Statue (unten).





In der Halle des Sieges brennt die ewige Flamme zu Ehren der x-tausend gefallenen sowjetischen Soldaten.

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Soldatenfriedhof bei Wolgograd (links). Auch die Ewiggestrigen (rechts) benützen den Gedenktag für ihre Anliegen (Auf dem Plakat
steht zu lesen, dass Stalin von den Greueln der Stalinzeit nichts gewusst habe und daher unschuldig sei.)

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Die letzten steinernen Zeugen des Kampfes um Stalingrad stehen etwa zweihundert Meter vor dem Ufer der Wolga.



Die Wolga ist der grösste und wasserreichste Fluss Europas (hier bei Wolgograd).



Wir fahren weiter nach Astrachan ins Wolgadelta am Kaspischen Meer (nach links: Wolgograd; nach rechts: Astrachan).

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Kreml von Astrachan (links) und Durchschnittshäuschen in einem Astrachaner Vorort (rechts).


© .by Bruno Kleger CH-9000 St.Gallen ¦ bruno@kleger.net ¦ April 2011